Von Barron Hansen, Gründer · Aktualisiert am 2. Dezember 2025
Was bedeutet Net 60? Zahlungsbedingungen erklärt
Net 60 bedeutet, dass der gesamte Rechnungsbetrag innerhalb von 60 Kalendertagen ab Rechnungsdatum fällig ist. Das Zahlungsfenster ist länger als beim verbreiteteren Net 30. Net 60 begegnet Ihnen vor allem bei größeren Bestellvolumen, gewachsenen Geschäftsbeziehungen oder in Branchen, in denen verlängerte Zahlungszyklen üblich sind.
So funktioniert Net 60
Die Mechanik ist identisch mit Net 30, nur das Zeitfenster ist länger. Eine Rechnung vom 1. April mit Net-60-Bedingungen ist am 31. Mai fällig, also 60 Kalendertage später. Wie bei Net 30 gelten diese Tage als Kalendertage, sofern der Vertrag nicht ausdrücklich Arbeitstage festlegt.
Das genaue Fälligkeitsdatum für jede Net-60-Rechnung ermitteln Sie mit dem Net 60 Rechner.
Wo Net 60 vorkommt
Net 60 findet sich in mehreren typischen Konstellationen. Große Einzelhändler und Konzerne diktieren ihren Lieferanten häufig Net-60-Bedingungen oder länger, schlicht weil sie es können. Die Verhandlungsmacht liegt beim Käufer. In Fertigung und Großhandel ist Net 60 verbreitet, weil Ware angeliefert, geprüft und teilweise weiterverkauft werden muss, bevor die Buchhaltung zahlt.
US-Bundesauftragnehmer unterliegen dem Prompt Payment Act, der für die meisten Bundesverträge eine Standardfrist von 30 Tagen vorsieht. In Unteraufträgen weiter unten in der Lieferkette tauchen aber dennoch häufig Net-60-Klauseln auf.
Net 60 und der Cashflow
Verkäufer müssen bei Net 60 zwei Monate auf das Geld warten, obwohl die Leistung längst erbracht oder die Ware längst geliefert ist. Für kleine Unternehmen und Selbstständige ist das eine reale Belastung. Bevor Sie Net 60 zusagen, prüfen Sie nüchtern, ob Ihre Liquiditätsreserve 60 Tage Float trägt und ob der Auftragswert das rechtfertigt.
Mögliche Gegenmaßnahmen: ein Skonto anbieten (etwa 1/10 Net 60, also 1 % Rabatt bei Zahlung binnen 10 Tagen), Factoring nutzen oder die Frist vor Vertragsschluss neu verhandeln. Vor Vertragsschluss lässt sich Net 60 deutlich leichter verkürzen als hinterher.
Net 60 im Vergleich zu Net 30 und Net 90
Net 30 ist der gängige Standard für die meisten Geschäftsvorgänge. Net 60 ist dann angemessen, wenn der Beschaffungsprozess des Käufers tatsächlich mehr Zeit benötigt oder wenn das Transaktionsvolumen den verlängerten Zyklus rechtfertigt. Net 90 dehnt das Fenster auf drei Monate aus und bleibt typischerweise Großkonzernen oder bestimmten Branchen wie dem Verlagswesen vorbehalten. Mehr dazu im Net 90 Ratgeber.
FAQ
Ist Net 60 in Kalendertagen oder Arbeitstagen?
Standardmäßig in Kalendertagen. Sollen Arbeitstage gelten, steht das ausdrücklich im Vertrag. 60 Arbeitstage entsprechen rund 84 Kalendertagen, also fast drei Monaten.
Kann ich Net 60 auf Net 30 herunterverhandeln?
Ja, und der Versuch lohnt sich vor der Unterschrift. Große Käufer arbeiten mit Standardvorlagen für Net 60, akzeptieren aber oft kürzere Fristen für kleinere Lieferanten, bevorzugte Partner oder gegen ein Skonto.
Was bedeutet 2/10 Net 60?
Der Käufer erhält 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, andernfalls ist der volle Betrag in 60 Tagen fällig. Annualisiert ist der Verzicht auf dieses Skonto teuer. Aus rein finanzieller Sicht lohnt sich für den Käufer fast immer die frühe Zahlung.